ERFOLGSGESCHICHTE EINES KUNDEN
Coherent Ultrafast als Schlüssel zur multispektralen Raman-basierten Gewebebildgebung
Die Herausforderung
Sowohl in der biologischen Forschung als auch bei künftigen klinischen Anwendungen wie intraoperativen Biopsien besteht das oberste Ziel der Vibrationsbildgebung darin, schnelle (d. h. in Videogeschwindigkeit ablaufende) 3D-Bilder mit ausreichenden spektralen Informationen für eine detaillierte chemische Kartierung zu erstellen. In der biologischen Forschung ist es nützlich und bei präklinischen Anwendungen entscheidend, dass die Bildgebung markierungsfrei erfolgt.
Die spontane Raman-Mikroskopie ist eine leistungsstarke Technik für die markierungsfreie Bildgebung, zeichnet sich jedoch durch sehr schwache Signale aus, wodurch ihre Geschwindigkeit und Empfindlichkeit eingeschränkt werden. Die stimulierte Raman-Streuung (SRS) verstärkt das Signal um viele Größenordnungen. SRS wird jedoch in der Regel nur mit einer oder zwei diskreten Frequenzen durchgeführt, was eine grundlegende Kartierung ermöglicht, z. B. die Unterscheidung zwischen proteinreichen und lipidreichen Regionen. Professor Giulio Cerullo und seine Kollegen am Polytechnikum Mailand (Italien) wollten SRS auf mehrere (zunächst 32) Wellenlängenkanäle ausweiten. Dazu benötigten sie ein Hochgeschwindigkeits-Lasersystem im 1-Mikrometer-Wellenlängenbereich, in dem Wasser nicht absorbiert wird und das Risiko einer DNA-Schädigung durchAbsorption gering ist.
Die Lösung
Die Entscheidung, ein SRS-Anregungslasersystem um einen 10 Watt Coherent Ultrafast Laser herum zu bauen, hatte mehrere Gründe. Zunächst liegt der Ausgang bei 1040 nm, im gewünschten Fenster für die Gewebeabbildung. Die hohe Leistung ist wichtig, da der Strahl zum Teil als SRS-Pumpstrahl und zum Teil als Antrieb für einen selbstgebauten optischen parametrischen Oszillator (OPO) verwendet wird, der den breitbandigen SRS-Stokes-Strahl erzeugt. Außerdem ist SRS ein optischer Effekt dritter Ordnung und daher sehr leistungshungrig. Eine hohe Repetitionsrate des Lasers (80 MHz) ist ebenfalls wichtig, da sie Hochgeschwindigkeits-Scans mit Verweilzeiten von nur <50 µs/Pixel und schnelle Modulation ermöglicht. Die schnelle Modulation ist der Schlüssel zur Erkennung. Dazu verwendet das Team ein Fotodioden-Array, gefolgt von einem einzigartigen 32-Kanal-Lock-in-Verstärkerchip. Dies ist mit der schnellen (2 MHz) Modulation des Pumpstrahls synchronisiert. (Coherent half in der Planungsphase durch sorgfältige Messungen sowie die Sicherstellung eines besonders niedrigen Rauschens des Ultrafast Lasers bei dieser Frequenz, was ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis gewährleistet und damit eine schnellere Abtastung ermöglicht).
Das Ergebnis
Die Cerullo-Gruppe hat erfolgreich gezeigt, dass dieses System eine detaillierte, räumlich hochauflösende Kartierung spektral überladener Proben durchführen kann. Sie nutzten die spektrale Anpassung der 32 SRS-Wellenlängenkanäle, um die chemischen Bestandteile heterogener Proben zu unterscheiden, indem sie die relativen Konzentrationen zweier verschiedener Fettsäuren in kultivierten Hepatozyten auf der Ebene einzelner Lipidtröpfchen maßen. Zudem hat die Cerullo-Gruppe Tumorränder in einem präklinischen Mausmodell des Fibrosarkoms identifiziert. Kürzlich hat sie die Leistung des Systems durch die Umstellung auf den neuesten leistungsstarken (18 W)Coherent Ultrafast verbessert.
Hinweis: Am Polytechnikum Mailand werden verschiedene Coherent für Spitzenforschung eingesetzt.„Die hohe Zuverlässigkeit und die einfache Bedienung des Coherent Ultrafast sind angesichts der optischen und elektronischen Komplexität unserer Bildgebungsmethode ein entscheidender Vorteil.“
— Giulio Cerullo, Professor für Physik, Polytechnikum Mailand, Italien


Abbildung 1: Breitband-SRS-Vibrationsbildgebung auf der Grundlage der Mehrkanal-Lock-in-Detektion. Schematische Darstellungen des von der Cerullo-Gruppe entwickelten optischen Aufbaus.
Abbildung 2: Spektral aufgelöste Bilder von Leberzellen einer Maus, die die relative Konzentration zweier verschiedener Lipidarten darstellen.